Waldweiden im Mittelland auf dem Vormarsch?
Runder Waldtisch am Dienstag, 19. Mai 2026, in Aarau,
mit Exkursion zu Waldweiden
Grundsätzlich verbietet das eidgenössische Waldgesetz Nutztiere in Schweizer Wäldern. Es gibt aber Ausnahmen. Die Beweidung von Wald gehört zu den unzulässigen nachteiligen Nutzungen, die durch die Kantone bewilligt werden können. Während Wytweiden im Jura und in anderen Bergregionen eine lange Tradition haben, kehren Waldweiden immer mehr auch im Mittelland zurück.
Im Kanton Aargau werden Bewilligungen für Waldweiden nach Abwägung der Interessen der Walderhaltung, der Jagd, der Gemeinde und der kantonalen Fachstellen erteilt. Eine Bedingung ist, dass mit der Beweidung im Wald ein ökologischer Mehrwert geschaffen werden kann, z.B. mehr Strukturvielfalt und mehr Biodiversität bei Pflanzen und Insekten. Derzeit gibt es im Aargau 30 Waldweiden. Für grössere Projekte wird ein Monitoring durchgeführt.
Nach einigen Vorträgen besuchen wir drei Waldweiden. Die schottischen Hochlandrinder von Rolf Treier, Landwirt und Leiter des Forstbetriebs Homberg-Schenkenberg in Zeihen, sind zwischen Mai und November anstelle von Maschinen im Einsatz. Auch die creaNatira GmbH, die seit mehr als 25 Jahren im Naturschutz tätig ist, pflegt Naturschutzgebiete mit Ziegen, Schafen, Wasserbüffeln oder Schottischen Hochlandrindern.
Im Runden Waldtisch der Arbeitsgemeinschaft für den Wald möchten wir Wissen über die Waldweiden vermitteln, Erfahrungen weitergeben, Herausforderungen beleuchten, den Erfahrungsaustausch unter den Kantonen ermöglichen, eine kontroverse Diskussion (pro und kontra) zulassen.
Wir gehen folgenden Fragen nach:
- Welche Ziele werden mit der Beweidung von Waldgebieten verfolgt?
- Wo eignen sich Waldweiden und wo nicht? Welche Bedingungen gibt es?
- Welche Effekte haben Waldweiden auf die Biodiversität?
- Was sind die Vorteile, was die Nachteile von Waldweiden?
- Wie sieht eine Waldweide in der Praxis aus?







